Patentanwalt L. Tanner

Patentanwalt Dr.-Ing. Lukas Tanner LL.M. in Bochum

in Kooperation mit Rechtsanwalt Dr. Thorsten Graf aus Herford, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz

Patentanwalt wird man nicht von heut auf morgen - selbst bei zügigem Studium etc. dauert die Ausbildung für beide Zulassungen (dt. u. europ.) in vielen Fällen deutlich mehr als zehn oder gar zwölf Jahre ab dem ersten Studiensemester - bei Hr. Tanner war dies 1999 der Beginn des Maschinenbau-Studiums in München. Wird noch eine Promotion angegriffen, sollte man drei bis fünf Jahre hinzuzählen. Hr. Tanner konnte dies alles bis Ende 2011 bzw. Mitte 2013 (europ. Zulassung) "erledigen". Und jetzt? Fertig? Nicht wirklich...

 

Warum Patentanwalt? Als Ingenieur? Das Berufsbild des Patentanwalts steht nicht weit oben auf der Liste der attraktivsten beruflichen Ziele - vordere Plätze nehmen große industrielle Arbeitgeber mit renommiertem Namen oder auch Unternehmensberatungs-Gesellschaften ein - der Reiz einer Karriere in einem größeren Spannungsfeld von Kollegen überwiegt meist den Gedanken an autonomes Aktenstudium in überschaubarem Kanzleiumfeld immerfort in den gleichen vier Wänden. Selbst eine Beamtentätigkeit bei einem der Patentämter wird im Durchschnitt als attraktiver eingeschätzt als die Tätigkeit des Patentanwalts.

Wird unser Berufsbild verkannt? Wird nicht gewürdigt, dass der Patentanwalt als gedanklich flexibler Freiberufler einen großen wirtschaftlichen oder ideologischen Mehrwert für Unternehmen und kreative Persönlichkeiten schaffen kann? Ist Gewerblicher Rechtsschutz tatsächlich bürokratisch, aktenlastig, losgelöst vom Menschen, eigentlich nur etwas für "Spezialisten" oder - negativ ausgedrückt - "Autisten"?

 

Für Lukas Tanner standen mehrere Punkte bei der Berufswahl im Vordergrund: zum einen der Wunsch einen freien Beruf auszuüben, zum anderen das Interesse an einer "Schnittstellentätigkeit", welche inhaltlich fordernde Ein-/Ausblicke mit sich bringt, und schließlich die Aussicht, als Dienstleister für den inländischen o. europäischen Mittelstand tätig zu sein. Nach eigenen Erfahrungen als Maschinenbau-Ingenieur in Großbetrieben ist die hohe gedankliche Flexibilität des Patentanwaltsberufes schon nach wenige Jahren der Praxis zu spüren und zu schätzen; dass dabei eine Art ständige Vertretung betrieben werden muss, darf nicht als Nachteil, sondern als Chance gesehen werden. Mehrwert schaffen, Verantwortung übernehmen.

 

Der Patentanwaltsberuf bringt zudem per se eine Unabhängigkeit in der Funktion als Organ der Rechtspflege mit sich. Diese Unabhängikeit erfordet Verantwortungsbewusstsein und „Überblick“ und kann sogar weitergehend als Lebensziel formuliert werden. Dabei geht es nicht nur um rechtliche Erkenntnisse, sondern um das Vermitteln zwischen unterschiedlichen Empfängerhorizonten, beispielsweise dem juristischen Richter und dem technisch versierten Erfinder, oder dem Designer. Was vielen Ingenieuren nicht von Haus aus klar ist und ein Grund für das eher geringe Interesse sein könnte: Sprache kann ein Werkzeug sein, ein Instrument, eine Kupplung zwischen mindestens zwei ....nicht Maschinen, sondern Fachgebieten oder Menschen/Empfangspersonen. Das Arbeiten mit Sprache ist in der Tat ein Schlüssel-Aspekt in der täglichen Praxis, insbesondere auch in Situationen vor einem Richter, der z.T. gar keinen technischen Ausbildungshintergrund mit sich bringt: Sprache kann verwirren, selbst unter Menschen aus demselben Kulturkreis oder derselben Branche. Die volle Bandbreite einer Sprache zu nutzen, kann sehr anspruchsvoll sein. Sprache kann, wenn sie in allen facetten genutzt wird, auf einen bestimmten Adressaten "falsch" wirken, auf den anderen hingegen aber erst dann "richtig". Die enstsprechenden Kommentare des Philosophen Wittgenstein oder auch Kafka mögen Bespiele dafür geben, dass selbst Sprach-Profis darunter leiden, dass eine jeweilige Sprache nicht in allen Situationen den "richtigen" Werkzeugkoffer liefert. Manches aus dem Deutschen lässt sich z.B. viel kürzer im Englischen oder viel eleganter, zuvorkommender im Französischen ausdrücken. Sprache kann bewusst verschleiern, schwammig sein, oder einfach nicht richtig gewählt sein. Der ein oder andere Sachverhalt oder die ein oder andere Situation kann in der einen Sprache evtl. besser, treffender ausgedrückt werden als in einer anderen Sprache. Es muss also versucht werden, die richtige Tonalität zu finden. Nicht nur in der Musik gibt es eine Intonation, auch zwischen den Zeilen kann man diese spüren.

Der Ingenieur ist bestrebt, die Dinge beim Namen zu nennen - je klarer bzw. je genauer in der eigenen Ingenieurssprache, desto besser. Der Anwalt muss einen Schritt weiter gehen: nicht nur im Angriffs- oder Verteidigungs-Schriftsatz muss die richtige Tonalität gefunden werden, auch in einer Patentschrift kann/sollte etwas "zwischen den Zeilen" stehen oder mitgelesen werden können, insbesondere dann, wenn die Erfindung eher noch abstrakt ist und nicht auf ein bestimmtes Maschinenelement reduziert werden soll. Es muss beim Lesen der Patentschrift sowohl einem Juristen klar werden als auch von einem Techniker „abgenickt“ werden können, in welchem Zusammenhang die Erfindung ersonnen wurde, und welche Leistung der Erfinder vollbracht haben könnte – was sich erst einmal nicht mit einem Voltmeter oder Drehmomentschlüssel messen lässt. Der letztendlich erteilte Patentanspruch muss dies in Form einer Rechtsnorm wiedergeben, die ein Wettbewerber zu beachten hat. Der Patentanwalt spricht vom "Gegenstand des Patentanspruchs". Hierin liegt ein großer Schwerpunkt der Expertise des Patentanwaltes.

 

Es geht also darum, entkoppelt von technischen Zeichnungen oder Maschinenelementen die Sprache zu nutzen, um eine abstrakte Idee auf allgemein verständliche Weise als eine ohne Rückfrage umsetzbare, in sich geschlossene technische Lehre zu beschreiben und dabei so zu schützen, dass der Wettbewerber weiß was er darf und was er nicht darf - je allgemeiner dies gelingt, desto breiterer Schutzumfang kann einem Patent verliehen werden. Dies erfordert in der Tat sowohl kreative als auch analytische Fähigkeiten und das Verständnis dafür, was mit dieser Norm alles "beansprucht" wird; dieses Formulieren kann man in gewisser Weise auch als eine Kunst bezeichnen, naja, zumindest als ein facettenreiches Handwerk. Es mag schwer sein, einen Patentanspruch mit der Prägnanz des § 20 (1) S.1 BGB zu formulieren, zumal der zu beanspruchenden Gegenstand meist erst nach detaillierter Beschreibung greifbar wird, aber versuchen kann man es immer wieder...vielleicht schafft man es, sich an die Breite und Universalität eines § 242 BGB anzunähern.

 

Der Reiz, die gut drei Jahre dauernde Ausbildung zum Patentanwalt anzugreifen, mag auch darin liegen, hierdurch leichter direkt Kontakt mit Mandanten, z.B. Geschäftsführern kleinerer oder mittelständischer Unternehmen, zu knüpfen und an der Schnittstelle zwischen Technik und Recht nachhaltig in Hinblick auf eine möglichst lange Lebensdauer des Unternehmens zu beraten. Das Geistige Eigentum als immaterielles Gut ist gerade in der heutigen Zeit zunehmender Transparenz und Recherche-Möglichkeiten schutzwürdiger denn je, was spätestens dann zu spüren ist, wenn eine "Erfindung" vom vermeintlichen Geschäftspartner geklaut und mal eben schnell zum Patent angemeldet wird...kein Lehrbuchfall, sondern leider immer wieder tägliche Praxis!

 

In vielen Fällen hängt der Erfolg eines Unternehmens stark davon ab, ob ein bestimmtes Produkt patentrechtlich geschützt ist. Es gibt viele Fälle, in denen die Existenz eines Unternehmens von nur einem oder zwei Patenten abhängt. Dies zeigt die enorme Spanne von Schutzrechten: von kosmetischem Beiwerk oder defensiven Veröffentlichungen bis hin zu existenziellen "cash cows" ist alles dabei - der Patentanwalt muss auch dies erkennen und die Schutzrechte in dem einen Fall entsprechend stark mit viel Aufwand absichern, oder im anderen Fall schlank und kostengünstig halten.

 

Abgesehen davon: Die Bevölkerung Deutschlands schrumpft, die wissenschaftliche bzw. akademische Konkurrenz aus Asien wird stärker und recht bald erdrückend werden, allein aufgrund der viel höheren Bevölkerungszahl. Produktion ist ohnehin immer schon günstiger gewesen in Asien. Wie soll sich Deutschland oder der alten Kontinent denn noch behaupten können, wenn nicht über Qualität, Export und Innovationen? Was gibt es erstrebenswerteres als in einer Kultur zu leben, die von neuen Ideen, Tüftlern und Innovationsführern geprägt ist und dabei viele Vorzüge, Wertvorstellungen, Kulturvielfalt und Tradition der alten Welt bietet? Vielleicht muss hier nicht die Schweiz als Paradebeispiel genannt werden, doch ist die Quote der Patentanmeldungen je Einwohner in der Schweiz weltweit unerreicht - ländliche Idylle beißt sich also nicht mit Unternehmergeist und Innovationen.

 

Den ersten Kontakt zu Patentanwälten hatte Lukas Tanner in der Zeit nach dem Abitur, vor dem ersten Semester Maschinenbau. Während dieser Tätigkeit wurde schnell ersichtlich, dass der Beruf des Patentanwalts zwar intensives Studium sowie Akribie erfordert, dabei aber immer sehr vielseitig bleibt und ein enormer Beitrag zum Unternehmenswert geliefert werden kann.

 

Warum derart detaillierte persönliche Angaben auf einer Internetpräsenz? Ein Mandat zu betreuen ist meist eine lang andauernde Aufgabe mit strategischen Komponenten, und sie lässt sich leichter erfüllen bei gegenseitigem Vertrauen und Konsens. Aus der Lasertechnik lässt sich bildlich ableiten: gleiche Wellenlänge führt zu gezielterer Ausrichtung, höherer Energiedichte, eindeutiger erkennbaren und nutzbaren Eigenschaften, höherer Effizienz - das dürfte auch zwischenmenschlich gelten. Kommunikation auf gleicher Wellenlänge ist einfacher. Kommunikation kann erleichtert werden, indem man möglichst viel über seinen Gesprächspartner zu wissen versucht.

 

 

Beruflicher Werdegang von Lukas Tanner

 

- 1999: Abitur am deutsch-französischen Hildegardis-Gymnasium in Bochum;

- seit 2004 Maschinenbau-Ingenieur mit Diplom der TU München und der Ecole Centrale Paris (grande école), in Regelstudienzeit von zehn Semestern;

- Dissertation als Freiberufler in der Industrie auf dem Gebiet der Verfahrenstechnik, an der Schnittstelle zwischen Konstruktion, Anlagenbau, Physik, Chemie; zeitlicher (arbeitsvertraglicher) Rahmen von dreieinhalb Jahren;

- Patentanwaltsausbildung von 2008 bis 2011;

- Abschluss der Promotion im Jahre 2010;

- vereidigter dt. Patentanwalt seit April 2012;

- Prüfung zum europäischen Patentanwalt erstmals abgelegt im März 2012, bestanden im März 2013; seit August 2013 zugelassener europäischer Patentanwalt;

- September 2013: Abschluss des berufsbegleitenden LL.M.- Master-Studiengangs „Gewerblicher Rechtsschutz“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf;

- Okt. 2014 bis Juni 2015: berufsbegleitende Fortbildung an der CEIPI Universität in Straßburg zum Europäischen Patent mit einheitlicher Wirkung bzw. zum Einheitspatentgericht (UPC);

- seit Frühjahr 2015: Masterstudiengang Mediation, berufsbegleitend;

 

Während des Studiums hat Lukas Tanner Wert auf eine praxisnahe Tätigkeit und eine auf einen Produktionsbetrieb bzw. marktorientierte Unternehmen ausgerichtete Studienfächerkombination gelegt, also Schwerpunkt allgemeiner Maschinenbau bzw. Vielzahl an Grundlagenfächern (insbesondere im zweijährigen Studium an der Ecole Centrale Paris) in Kombination mit Fragestellungen aus dem Geschäftsbetrieb: Die Diplomarbeit wurde nicht an einem Lehrstuhl, sondern in der Industrie absolviert (Mittelständler auf dem Gebiet der Lasertechnik aus dem Münchner Umland). Auch die Doktorarbeit wurde für ein Unternehmen geschrieben (in der mittelständisch geprägten Maschinenbau-Abteilung eines dt. Leuchtmittelherstellers). Der im Rahmen der Doktorarbeit im Technikum aufgebaute Versuchsstand dient weiterhin dazu, gebaute und getestete Anlagen sowie das Qualitätsniveau der Endprodukte (Leuchtmittel) zu verbessern. Sowohl bei der Diplom- als auch der Doktorarbeit war der Fokus darauf gerichtet, nahe am Markt und am Produkt einen Beitrag zu liefern, der das jeweilige Unternehmen wettbewerbsfähiger macht.

 

Die Arbeit als unabhängiger Freiberufler und der enge Bezug zu mittelständischen Unternehmen sind wichtig. Durch diesen Ansatz werden die heimische Industrie und deren int. Wettbewerbsfähigkeit gestärkt. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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